Die einen kommen als Pilger:innen in den oberbayerischen Wallfahrtsort
Altötting oder machen einen Bayern-Urlaub, die anderen, so wie wir, sind schlichtweg
auf der Durchreise. So oder so ist das superzentral gelegene Hotel Zur Post eine tolle Adresse,
um Altötting und dessen Umgebung kennenzulernen…
Auf mehr als 700 Jahre Geschichte kann das erstmals 1280 erwähnte Hotel zur Post zurückblicken: Über Jahrhunderte hinweg war das Haus zu Postkutscherzeiten eine wichtige Umspannstation, an der für Reisende frische Pferde bereitstanden. Darüber hinaus wurden hier fürstliche Pilger, Kardinäle, Bischöfe, Erzherzöge und auch Könige auf ihrer Durchreise untergebracht. Dass passt ja, denke ich mir, denn auch wir machen hier Station, auf unserem Weg von Wien in den (Vorarlberger) Bregenzerwald. Frische Pferde benötigen wir zwar nicht, dafür erwarten uns in dem schön renovierten und 2021 wiedereröffneten Hotel eine sehr freundliche Begrüßung und ein geräumiges und komfortables Zimmer – mit einem herausragend bequemen Boxspringbett-Bett, wie ich am nächsten Morgen feststelle.
Zentraler kann man nicht wohnen, stellen wir gleich nach unserer Ankunft fest. Zwar haben wir von unserem Zimmer keinen Blick auf den Kapellplatz und damit das Herz der 13.000-Einwohner:innen-Stadt, aber auch die Aussicht vom Fenster des Hotelgangs, an dem unser Zimmer liegt, ist durchaus beeindruckend: Da steht im Zentrum des Platzes die Gnadenkapelle, vorrangiges Ziel aller Pilger:innen, die in den bekannten Wallfahrtsort kommen. Gleich dahinter die Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob, eine spätgotische Hallenkirche.
Als wir wenig später eine kleine Runde durch das Zentrum drehen und auf das Hotel blicken, ist nicht zu übersehen, dass die Post allein dank ihrer Lage und Größe wohl schon immer das erste Haus am Platz gewesen sein muss. Apropos: An einem lauen Sommerabend im Schanigarten des Hotelrestaurants zu sitzen, mit diesem Ausblick auf das historische Ensemble des Kapellplatzes, muss eine feine Sache sein…
In der hoteleigenen italienischen Pizza- und Cocktailbar „Zucalli“ stehen die Zeichen für uns dann auf (sehr gute) neapolitanische Pizza aus dem Steinofen, dazu ein köstlicher Sarti-Spritz – so kann man einen Abend in Bayern auch ausklingen lassen. Der Name des Restaurants ist übrigens eine Hommage an Enrico Zucalli, jenen berühmten, in der Schweiz geborenen Baumeister des süddeutschen Barocks, der zwischen 1685 und 1688 das (nach einem Brand 1630 neu errichtete) Hotel Zur Post im Stil des italienischen Barocks umgestaltete. Für Kunst- und Architekturinteressierte ist Zucalli kein Unbekannter, gehören zu seinen Hauptwerken doch u.a. das Schloss Nymphenburg, die Theatinerkirche sowie das Palais Porcia in München und das Schloss Lustheim im Park des Schlosses Schleißheim. Keine Überraschung irgendwie auch, dass der Gebäudekomplex des Hotels aufgrund seiner historischen und architektonischen Relevanz unter Denkmalschutz steht.
Am Frühstücksbuffet ist mein Herz dann noch einmal schnell gewonnen: Laugenbrezen! Und zwar genau richtig, so wie sie eben schmecken müssen. Dazu gäbe es theoretisch auch Weißwürste, denen ich dieses Mal aber widerstehen kann. Denn zuviel anderes lockt mich am reichhaltigen Frühstücksbuffet im Frühstücksbereich mit dem schön restaurierten Gewölbe.
Auch noch gut zu wissen:
Parken ist am hoteleigenen Parkplatz (5 Euro pro Tag) möglich. Ist dieser ausgelastet, kann das Auto zum gleichen Preis in der angrenzenden Tiefgarage am Kapellplatz abgestellt werden. Vierbeinige Gäste sind in dem 75-Zimmer-Haus (zu einem Aufpreis) willkommen.
Kulinarisch glücklich werden kann man nicht nur in der italienischen Pizza- und Cocktailbar „Zucalli“, sondern auch im hoteleigenen Restaurant (im Restaurantbereich mit denkmalgeschützter Stuckdecke und Ausblick auf den Kapellplatz, im Kaminzimmer oder Wintergarten) als auch im Poststüberl. Apropos, es gibt auch die Möglichkeit einer Halbpension.
Hotel Zur Post
www.hotelzurpost-altoetting.de
Kapellplatz 2 I 84503 Altötting
E-Mail: info@hotelzurpost-altoetting.de